Erneuerbare Energie zentral oder dezentral erzeugen?

Die Frage die immer wieder gestellt wird, ist ob man die erneuerbare Energie zentral oder doch besser dezentral erzeugen sollte. Nach meiner persönlichen Meinung ist die dezentrale Stromerzeugung die bessere Lösung. Die Bundesregierung hat sich dagegen für eine zentrale Stromerzeugung stark gemacht, warum ich das nicht so gut finde geht aus den folgenden Punkten hervor.

Offshore Windkraftanlagen

Offshore-Windpark Kernpunkt der zentralen Stromerzeugung sind dabei die Offshore Windkraftanlagen in der Nordsee, da hier kontinuierlich der Wind weht und dadurch hohe Stromerträge realisiert werden können. Aber wie so oft im Leben hat die Medaille auch eine Kehrseite, diese Form der Stromerzeugung hat einige Nachteile.

Hohe Kosten für Bau und Unterhalt der Offshore Windparks

Der Bau von Offshore Windkraftanlagen ist sehr aufwändig, da die Windparks im Meer aufgebaut werden. Zwar werden die Anlagen nicht auf hoher See, sondern auf dem Festlandsockel errichtet, die Wassertiefe kann hier aber bereits bis zu 50 Meter betragen. Je tiefer das Wasser ist, umso höher müssen der Mast oder die Stützpfähle der Windkraftanlage sein. Alle Bauteile des Offshore Windparks müssen per Schiff zu ihrem Standort gebracht werden.

Da die Windkraftanlagen permanent dem Salzwasser ausgesetzt sind, werden hohe Anforderungen an die Korrosionsbeständigkeit gestellt, was die Produktion der Windräder und Maste zusätzlich verteuert. Auch für Wartungsarbeiten müssen die Monteure mit dem Schiff zu den Windparks fahren, was bei rauer See nicht immer möglich ist und dann zu längeren Ausfällen führen kann.

Die Anbindung der Windparks an das Stromnetz geschieht über Seekabel. Bei längeren Übertragungsstrecken können die Stromverluste so hoch werden, dass auf Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung gewechselt werden muss. Dafür werden mehrere Baugruppen von Transformatoren, Gleich- und Wechselrichter benötigt.

Einspeisevergütung bei 15 Cent je kWh

Versüßt wird der Bau von Offshore Windkraftanlagen durch eine hohe Einspeisevergütung von 15 Cent je kWh. Das war wohl ein Zugeständnis der Bundesregierung an die Stromkonzerne die ihre Kernkraftwerke abschalten müssen und jetzt solche Offshore Windparks errichten wollen.

Für Windenergie die an Land erzeugt wird gibt es nur ungefähr halb so viel, selbst die Einspeisevergütung von großen Photovoltaikanlagen sinkt in diesem Jahr (2013) bis auf 8 Cent je kWh.

Hohe Kosten für den Netzausbau

Der Strom der Offshore Windparks wird aber nur teilweise im Norden gebraucht, der größte Teil soll über Fernnetze in den Süden transportiert werden. Die bestehenden Fernnetze sind aber für diese Strommengen gar nicht ausgelegt, durch den Ausbau der Fernnetze kämen auf den Stromkunden Kosten in Milliardenhöhe zu.

Fazit

Durch die hohe Einspeisevergütung und den Milliarden-Kosten für den Netzausbau würde der Strompreis extrem ansteigen. Bei dezentraler Stromerzeugung hingegen entfallen die Kosten des Fernnetzausbaus und die Einspeisevergütungen für Windenergie, Wasserkraft und Photovoltaik sind deutlich niedriger.

 

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Erneuerbare Energie dezentral erzeugen

Dezentraler-Strom Bei den Offshore Windkraftanlagen wird relativ gleichmäßig Strom erzeugt, bei Windrädern an Land hingegen ist die Stromerzeugung recht unterschiedlich, teilweise stehen die Windräder sogar. Auch bei den Photovoltaik-Anlagen besteht das gleiche Problem, die Sonne scheint mal stärker, mal schwächer und Nachts gar nicht. Wasserkraftwerke laufen nur wenn der Wasserpegel einen Mindeststand erreicht hat, nur die Stromerzeugung aus Biogas und Blockheizkraftwerken ist von den Natureinflüssen unabhängig. Wie kann also unter solchen Bedingungen die Stromversorgung sichergestellt werden?

Sicherstellung der Stromversorgung durch Energiemix

Durch die Kombination der verschiedenen Formen der Erneuerbaren Energie, wie Windkraft, Solarstrom, Wasserkraft sowie Strom aus Biogas und nachwachsenden Brennstoffen, kann die Netzstabilität gewährleistet werden. Hierbei kommen die Kraftwerke die mit Brennstoffen betrieben werden vor allem dann zum Einsatz wenn zu wenig Solar oder Windstrom zur Verfügung steht.

Intelligente Stromnetze

Bisher wurde die Netzstabilität zentral gesteuert, es wurden je nach Bedarf Kraftwerke hoch oder heruntergefahren. Bei der dezentralen Stromerzeugung benötigt man hierfür Intelligente Stromnetze, die automatisch Kraftwerke an oder abschalten. Bei Stromüberschuss kann darüber auch die erneuerbare Energie in Stromspeicher fließen und bei Strommangel wieder ins Stromnetz eingespeist werden.

Werden zusätzlich Intelligente Stromzähler bei den Verbrauchern installiert, kann der Stromverbrauch besser gesteuert werden. Ist viel Erneuerbare Energie vorhanden und der Strompreis niedrig, können zum Beispiel Wärmepumpenheizungen oder Kühlaggregate gestartet werden. Für den Stromkunden wird es dadurch günstiger und der Netzbetreiber muss nicht unnötig hohe Kapazitäten für kurze Spitzenlasten bereitstellen.

Vorreiter der Energiewende

Es gibt bereits einzelne Stadtwerke und regionale Stromanbieter, die ihren Strombedarf zu 100% selbst aus regenerativen Energiequellen erzeugen, oder aber auf den Weg dahin sind. Hier sind die Strompreise teilweise sogar deutlich niedriger als im Bundesdurchschnitt. Es zeigt sich mal wieder dass die hohen Strompreise wenig mit den Kosten für die Erneuerbare Energie zu tun haben. Was bei diesen Vorreitern der Energiewende funktioniert, funktioniert natürlich auch woanders.

 

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