Infrarotheizung spart Strom

Über den Stromverbrauch von Infrarotheizungen sind viele Gerüchte im Umlauf. Einige Hersteller bewerben ihre Produkte mit großem Einsparpotential. Kritiker hingegen behaupten, Infrarotstrahlungsheizungen verbrauchen viel mehr Energie, als herkömmliche Konvektions-Heizungen. Die Wahrheit liegt wie meistens dazwischen. Der Stromverbrauch hängt von vielen Faktoren, wie z.B. Wärmedämmung, Raumgröße, Heizverhalten usw. ab. Aber auch die Anschaffungskosten sind ein wichtiger Faktor, der in die Berechnung einbezogen werden muss.

Tatsächlich ist der Energieverbrauch in kWh gerechnet, bei Gas- oder Ölheizungen etwa dreimal so hoch, wie bei Infrarotheizungen. Mit den Verbrauchskosten sieht es allerdings etwas anders aus. Ein Liter Heizöl liefert eine Energiemenge von etwa 10 kWh. Bei derzeitigen Ölpreisen von 80 Cent pro Liter, ergibt das einen kWh-Preis von 8 Cent. Erdgas ist noch etwas günstiger. Man sieht also, trotz des wesentlich geringeren Verbrauches, sind die Verbrauchskosten der Infrarotheizung etwas höher. Strom wird trotz der niedrigen Produktionskosten, einfach viel zu teuer verkauft.

Infrarot-Flachheizung als Dunkelstrahler

Infrarotheizung in Kellerraum Bei Infrarotheizungen denken wohl die meisten an sichtbare Strahlung, wie bei Quarzstrahlern die häufig in Badezimmern montiert werden. Bei den Flächenheizungen wird aber nur dunkle Infrarotstrahlung genutzt. Ideal ist hierbei eine Wellenlänge zwischen 7 und 13µm, in diesem Bereich kann sich die Infrarotstrahlung fast ungehindert ausbreiten. Die Temperatur der Heizelemente liegt im Bereich von 60°C bis 120°C. Also wesentlich niedriger als bei Quarzstrahlern, daher ist die Verbrennungsgefahr auch geringer. Das führt zudem zu einem geringeren Strom-Verbrauch. Während Quarzstrahler meist im Bereich zwischen 1 bis 2 kW liegen, begnügen sich die Dunkelstrahler mit einigen hundert Watt.

Unterschied zwischen Strahlungs- und Konvektions-Wärme

Bei herkömmlichen Heizanlagen entsteht hauptsächlich Konvektionswärme. Das heißt die Luft wird erwärmt und strömt durch den Raum. Dabei steigt die warme Luft nach oben, die abgekühlte Luft fällt nach unten. Hierbei entsteht ein teils unangenehmer Luftzug. Zudem ist es unter der Zimmerdecke unnötig warm, sowie der Fußboden kalt. Am Kopf wird es warm, die Füße sind kalt, genau umgekehrt wie es sein sollte. Durch den Luftzug wird auch noch Staub aufgewirbelt, was vor allem für Allergiker ungesund ist.

Anders bei der Strahlungswärme, wie sie zu deutlich mehr als 50% bei einer * Infrarotheizung entsteht (der Rest ist ebenfalls Konvektionswärme). Hersteller geben teilweise 99% Strahlungswärme an, was aber technisch gar nicht möglich ist. Bei den 99% handelt es sich um die Kombination von Strahlungs- und Konvektions-Wärme. Die Infrarotstrahlung erwärmt nicht die Luft, sondern die Objekte die angestrahlt werden. Deshalb wird weniger Energie benötigt. Da auch die Wände erwärmt werden, strahlen sie keine Kälte ab, wie bei herkömmlichen Heizanlagen. Das wird als eine sehr angenehme Wärme empfunden. Man kann sich das Prinzip wie bei der Sonne vorstellen. Die infrarote Sonnenstrahlung durchdringt das Weltall, ohne es zu erwärmen. Im Weltraum herrscht eine Temperatur von -270°C. Erst wenn die Strahlung auf Materie trifft (Erde) wird es warm.

Infrarotstrahler als Ergänzung zur Standartheizung

Infrarotheizung an Regal befestigt Diese Infrarot-Flächenheizungen können aber, trotz der hohen Stromkosten, auch jetzt schon viel Strom oder Heizöl einsparen. So können etwa alte Radiatoren und Heizlüfter, durch Infrarotstrahler ersetzt werden. Dadurch lassen sich leicht 50 bis 80% Stromkosten einsparen. Auch als Ergänzung zur vorhandenen Heizanlage sind Infrarotheizungen sinnvoll. In wenig genutzten Räumen, kann dann, nur bei Bedarf geheizt werden. Die Strahlungswärme ist bereits nach wenigen Minuten Aufheizzeit spürbar.

Bei den herkömmlichen Heizungen steigert jedes Grad Celsius mehr, den Energiebedarf um etwa 6%. Wenn man in wenig genutzten Räumen, die Heizkörper anstatt 25°C auf 20°C stellt, spart das mindestens 30% Heizkosten. Wenn die Außentemperaturen nicht so niedrig sind, schaltete das Heizkörperthermostat dann gar nicht mehr ein. Ich selbst nutze eine Infrarot-Flachheizung in meinem Büro. Die Fußbodenheizung läuft auf 18°C, nur wenn ich am Schreibtisch sitze wird die Zusatzheizung eingeschaltet. Dieses Heizelement hat gerade einmal 600 Watt, macht aber bereits nach wenigen Minuten mollig warm. Damit es nicht zu warm wird, schaltet ein Thermostat bei 21°C ab.

Infrarot-Spiegelheizung

Infrarot-Spiegelheizung Eine sehr angenehme Sache ist ein Badezimmerspiegel mit eingebauter Infrarotheizung. Wir haben uns selbst so einen Spiegel zugelegt und möchten ihn nicht mehr missen. Gerade im Badezimmer stellt man gerne die Heizung sehr hoch ein, um bei der Morgentoilette nicht zu frieren. Das Problem dabei ist, dass die Raumtemperatur oft den ganzen Tag hoch gehalten wird. Das führt zu unnötig hohen Heizkosten. Die Spiegelheizung schaltet man hingegen nur an, wenn sie wirklich gebraucht wird. In kürzester Zeit strahlt einem die Wärme aus dem Spiegel entgegen. Unsere Spiegelheizung hat gerade einmal 300 Watt, trotzdem macht sie angenehm warm.

Anfangs hatten wir die Spiegelheizung an einen beleuchteten Schalter angeschlossen. So sieht man wenn die Heizung läuft. Als meine Frau trotz des Leuchtschalters die Heizung einmal laufen ließ, habe ich den Schalter durch einen Timer ersetzt. Jetzt kann man 15 Minuten, 30 Minuten und so weiter einstellen, danach schaltet die Spiegelheizung automatisch ab. Der Stromverbrauch für den Spiegel ist minimal. Bei uns läuft die Spiegelheizung etwa 30 Minuten pro Tag. Rechnet man für die kalte Jahreszeit 200 Tage, sind das 100 Stunden Betriebszeit. Bei 300 Watt ergibt das gerade einmal 30 kWh Jahresverbrauch. Umgerechnet sind das bei 25 Cent pro Kilowattstunde Strom, nur 7,50 Euro Betriebskosten. Das durch die niedriger Raumtemperatur eingesparte Heizöl ist mindestens 10 mal so viel.

Bildheizung

* Bildheizung

Meist sind die Flächenheizungen in weißer Farbe gehalten, fallen auf weißen Untergrund also kaum auf. Sind die Wände jedoch farbig sehen sie aus wie ein Whiteboard, das an der Wand hängt. Wen das stört, es gibt auch Bildheizungen. Auf dem Flächenheizkörper sind dann Fotos in Form eines Posters aufgebracht. Jetzt wirken die Infrarotheizungen wie Bilder an der Wand und fallen gar nicht mehr auf. Für jeden Geschmack sind die unterschiedlichsten Motive erhältlich.

Thermostat oder Timer zur Regelung und Stromeinsparung

Thermostat Wie auch bei herkömmlichen Heizkörpern, werden die Infrarotheizungen mit einem * Thermostat geregelt. Dieser schaltet nach erreichen der eingestellten Temperatur, die Stromzufuhr ab. Da die Strahlungswärme wärmer empfunden wird, als die Konvektionswärme, kann hierbei eine niedrigere Temperatur gewählt werden. Diese Thermostate sorgen nicht nur für eine gleichmäßige Temperatur, sondern sparen auch Strom ein. Wird der Raum nicht genutzt, kann man die Thermostate auch abschalten.

Timer In Räumen wo die Zusatzheizung nur kurz genutzt wird, wie zum Beispiel im Badezimmer, reicht auch eine einfache Schaltersteckdose. Diese sollte allerdings beleuchtet sein damit man sieht, dass die Heizung eingeschaltet ist. Der Infrarotheizung sieht man es ja nicht an, dass sie in Betrieb ist. Auf der sicheren Seite ist man mit einer * Timersteckdose . Bei dem lässt sich einstellen wie lange die Heizung in Betrieb sein soll. Danach schaltet der Timer automatisch ab. So kann es nicht passieren, dass die Infrarot-Flachheizung den ganzen Tag unnötig läuft. Auch wenn das Heizelement nur 300 Watt hat, sind das in 10 Stunden 3 kWh Stromverbrauch.

Infrarot-Flachheizungen als alleinige Heizanlage

Aber auch als alleinige Heizanlage können die Infrarot-Flachheizungen genutzt werden. Ob sich das wirtschaftlich rechnet, ist aber im Einzelfall zu prüfen. In alten Gebäuden mit hohen Räumen, wird bei Konvektions-Heizungen viel Energie verbraucht. Das liegt daran, weil die Wärme nach oben steigt. Deshalb muss man viel heizen, um auch unten eine angenehme Wärme zu haben. Bei der Strahlungswärme hingegen werden die angestrahlten Körper und Gegenstände erwärmt. Auch bei schlecht gedämmten Gebäuden geht weniger Energie verloren. In großen Hallen werden schon seit langen Infrarotheizung verwendet. Mit einer herkömmlichen Heizanlage bräuchte man Unmengen an Energie, um die Halle zu heizen.

Aber auch die Anschaffungskosten einer Heizungsanlage ist ein Faktor der zu berücksichtigen ist. Öl- oder Gasheizungen, inklusive Heizkörper oder Bodenheizung und Montage, kosten leicht zwischen 20.000 und 30.000 Euro. Eine einzelne Infrarot-Flachheizung gibt es bereits ab 100 €. Benötigt man z.B. 10 solcher Heizelemente, sind das gerade einmal 1.000 €. Hinzu kommen noch die Kosten für die Thermostate. Wer keine zwei linken Hände hat, kann die Heizelemente leicht selbst an der Wand befestigen. Es fallen also keinerlei Montagekosten an. Berücksichtigen muss man allerdings auch, dass eine herkömmliche Heizung zusätzlich Warmwasser erzeugt. Bei Infrarotheizungen benötigt man hierfür Warmwasserboiler. Die zudem relativ viel Strom verbrauchen.

 

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