Stromsparendes Kochen

Beim Kochen wird ein großer Teil des Haushaltsstroms verbraucht, das liegt daran weil hier mit hohen Temperaturen gearbeitet wird. Wenn diese hohen Temperaturen mit Strom erzeugt werden, wird hierfür viel elektrische Energie benötigt. Wo viel Strom verbraucht wird, kann aber auch viel eingespart werden. Das kann man zum einen mit sparsamen Küchengeräten erreichen, aber auch durch die Art der Zubereitung der Speisen.

Anschaffung von sparsamen Küchengeräten

Energieeffizienz Alte Küchengeräte verbrauchen oft deutlich mehr Strom als neue energieeffiziente Küchengeräte. Wenn man sich sowieso ein neues Gerät zulegen muss, da das alte defekt ist, sollte man unbedingt auf die Energieeffizienzklasse achten. Hierbei sollte natürlich der niedrigere Stromverbrauch und der Kaufpreis in einem angemessenen Verhältnis stehen. Falls ein altes Küchengerät sehr viel Strom verbraucht, kann es sich teilweise bezahlt machen dieses zu ersetzen, obwohl es noch funktioniert. Mit dem Stromverbrauchsrechner kann man die jährlichen Stromkosten ermitteln, so sieht man wann sich die Anschaffung amortisiert.

Wasser im Wasserkocher erhitzen

Das Erhitzen von Wasser im Wasserkocher verbraucht deutlich weniger Strom als im Kochtopf. Ich habe es selbst einmal gemessen, mein Wasserkocher verbraucht 0,1 kWh um einen Liter Wasser zum Kochen zu bringen. In einem Topf auf dem Induktionskochfeld wurden 0,13 kWh für das gleiche Ergebnis benötigt. Das sind 30% mehr an Stromverbrauch, wobei man bedenken muss das es sich hier um ein sparsames Induktionskochfeld handelt. Mit einer herkömmlichen Herdplatte aus Gusseisen wäre der Unterschied sicher wesentlich höher.

Eier im Eierkocher kochen spart 50-80% Strom ein

Noch größer als beim Wasserkocher ist die Stromeinsparung beim Eierkocher. In einem Kochtopf muss unnötig viel Wasser erhitzt werden, um im Extremfall nur ein Ei zu kochen. Bei einem Eierkocher wird nur sehr wenig Wasser zum Kochen gebracht und die Eier im Dampf gegart. Für ein Frühstücksei im Kochtopf verbrauchte mein Induktionsherd 0,15 kWh, der Eierkocher aber nur 0,039 kWh. Für hartgekochte Eier waren es im Kochtopf 0,21 kWh, im Eierkocher 0,098 kWh. Beim Frühstücksei sind das 74 % Einsparung, bei den hartgekochten 53% weniger Stromverbrauch.

Ein neuer Backofen spart 50% Strom ein

Der größte Stromfresser beim Kochen ist der Herd, sowohl der Backofen, als auch die Herdplatten verbrauchen sehr viel des kostbaren Stroms. Ein Backofen mit der Energieeffizienzklasse A verbraucht nur halb soviel Strom wie ein Altgerät. Das liegt daran dass die neuen Backöfen besser wärmeisoliert sind und so weniger Wärme in den Raum abstrahlen. Im Umluftbetrieb arbeiten die Backöfen noch sparsamer, da man die Backtemperatur um 20°C niedriger stellen kann.

Kleinbackofen oder Toaster können Strom sparen

Es gibt Leute die ein einzelnes Frühstücksbrötchen im Backofen aufbacken, das ist natürlich Energieverschwendung. Der große Backofen braucht lange bis die nötige Temperatur erreicht ist, da er ein großes Raumvolumen aufheizen muss. Für Brötchen aufbacken reicht bereits ein Toaster mit Brötchenaufsatz, der ist sofort heiß und die Brötchen sind schnell fertig, bei wesentlich geringerem Energieeinsatz.

Brötchen aufbackenStromverbrauchpro Jahr (300 mal)
Backofen 0,5 kWh 150 kWh (37,50 €)
Kleinbackofen 0,15 kWh 45 kWh (11,25 €)
Toaster 0,05 kWh 15 kWh (3,75 €)
Toast im Toaster 0,025 kWh 7,5 kWh (1,88 €)

Anhand eigener Geräte ermittelt
Strompreis 0,25 € pro kWh

Für Fertigpizzen und anderen Speisen die eine geringe Backzeit benötigen ist ein Kleinbackofen der Backröhre vorzuziehen, da der Kleinbackofen schneller auf Betriebstemperatur ist. Für Speisen die eine lange Backzeit haben kann aber der große Backofen wieder sparsamer sein, wenn er besser wärmeisoliert ist als der Kleinbackofen.

Backofen nicht vorheizen

In Rezepten und Zubereitungsanleitungen wird häufig empfohlen den Backofen vorzuheizen, das ist aber in den meisten Fällen nicht nötig. Man kann bereits die Wärme beim aufheizen nutzen, die Backzeit ist dann um ein paar Minuten zu verlängern als angegeben. Auch die Restwärme des Backofens sollte man nutzen. Einfach den Ofen vor Beendigung der Backzeit ausschalten und Braten oder Backwaren im geschlossenen Ofen belassen bis sie gar sind. Während des Bratens oder Backens die Ofentür nicht unnötig öffnen, da sonst die Wärme entweicht und nachgeheizt werden muss.

Ein Induktionskochfeld braucht 40% weniger Strom

Die alten Gusseisenkochfelder verbrauchen erst einmal viel Strom um das Kochfeld zu erhitzen, später beim Abkühlen der Herdplatte verpufft die Restwärme ungenutzt. Sparsamer sind Glaskeramik-Kochfelder, da hier weniger Masse erhitzt werden muss, das spart circa 20% Strom ein. Noch besser ist das Induktionskochfeld, es verbraucht ungefähr 40 % weniger Strom als ein Gusseisenkochfeld. Beim Induktionskochfeld wird die Wärme durch magnetische Wechselfelder direkt im Kochtopf erzeugt, dadurch wird der Topf sehr schnell heiß, die Herdplatte bleibt dabei aber relativ kühl. Hierbei muss man aber beachten, dass Kochtopf oder Pfanne aus magnetisierbarem Material bestehen, ansonsten bleibt das Kochgeschirr kalt.

Kochen in einer Kochkiste oder Thermotopf

Kochkiste offen Sehr viel Strom lässt sich mit Hilfe einer Kochkiste oder einem Thermotopf einsparen. Das System ist schon alt, funktioniert aber auch heute noch. Die Speisen werden in einem Kochtopf nur kurz aufgekocht und werden dann zum fertig garen in die Kochkiste gestellt. Die Kochkiste ist wärmeisoliert und hält die Temperatur stundenlang auf hohem Niveau, so garen die Speisen ohne weitere Energiezufuhr fertig. Eine ausführliche Beschreibung zum Selbstbau einer Kochkiste und deren Nutzung gibt es hier.

Strom sparen mit dem Schnellkochtopf

Schnellkochtopf Ein Schnellkochtopf spart gegenüber einem Standard Kochtopf bis zu 50% Strom ein. Das liegt daran, dass der Topf druckfest verschlossen wird und dadurch das Kochgut bei höheren Temperaturen unter hohem Druck gegart wird. Das verkürzt die Kochzeit und man verbraucht deshalb weniger Strom. Die Gefahr beim Schnellkochtopf besteht darin dass die Speisen schnell zu weich gekocht werden wenn man die Kochzeit nicht exakt einhält. Ich persönlich ziehe die Kochkiste vor, da kann man nichts verkochen und spart noch mehr Strom ein.

Kurzgebratenes statt Bräten

Je größer Fleischstücke sind, umso länger dauert es bis sie durch gegart sind, desto mehr Strom wird dann auch verbraucht. So hat ein Rinderbraten mit einem Kilo Gewicht eine Garzeit von 2 bis 3 Stunden, ein Rindersteak hingegen ist in der Pfanne in wenigen Minuten gebraten. Das gleiche gilt natürlich für alle Fleischarten auch für Geflügel. So braucht eine große Gans schon mal 6 Stunden bis sie gar ist, besser man brät zwei Enten die sind in der halben Zeit fertig.

Wenn man trotzdem lieber einen Braten mag, gibt es mehrere Möglichkeiten Strom einzusparen:

Kochen im Wok, eine Energiesparente Zubereitungsart

elektrischer Wok Der Wok kommt ursprünglich aus China und wurde hier bereits vor 3000 Jahren erfunden. Grund für diese Erfindung war der Mangel an Brennmaterial. Ein Wok hat in etwa die Form einer Halbkugel, die Heizfläche ist in der Mitte des Woks und durch die runde Form sehr klein. Deshalb benötigt man nur eine kleine Feuerstelle für einen relativ großen Topf. Wobei die Mitte des Woks zum scharfen anbraten genutzt wird. Zum fertig garen werden die angebratenen Stücke dann nach oben, in die nicht so heiße Zone geschoben. Ein Deckel auf dem Wok dient dem Dämpfen des Kochguts, so ist es schneller fertig und spart zusätzlich Energie. Es gibt mittlerweile auch elektrische Woks, oder Wok-Pfannen für den Herd. Auch hier gilt dass für den großen Wok nur eine kleine Heizfläche gebraucht wird, das spart Strom.

In der chinesischen Küche werden alle Lebensmittel, wie Fleisch und Gemüse in feine Streifen geschnitten. Dadurch ist alles schnell gar, was den Energieverbrauch deutlich senkt. Außerdem wird alles in einem Topf gekocht, ein weiterer Faktor um Energie zu sparen. In Sachen Strom sparen ist das chinesische Kochen im Wok also die ideale Zubereitungsart. Aber auch der Gesundheitsfaktor ist zu beachten, weil das Gemüse nur kurz gegart wird, bleiben auch viele Vitamine erhalten.

 

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